# Recherche zum YMHD-Faktenquiz

Stand: 29. September 2026. Redaktioneller Entwurf für ymhd.ch. Die vollständigen Spieltexte und Auflösungen stehen in `redaktion.html`; die gemeinsame Datenquelle ist `quiz-data.js`.

## Auswahl und Platzierung

Fünf Runden verbinden Studierendenalltag, KI, Social Media, Aufmerksamkeit und soziale Verbindung. Die Schweizer Befragungen schaffen Nähe zur Zielgruppe; internationale Experimente ergänzen sie. Die Aussagen sind sinngemässe Zusammenfassungen, keine wörtlichen Zitate. Jugendbefragungen sind ausdrücklich als solche bezeichnet und werden nicht auf alle Studierenden übertragen.

Empfohlener Platz: nach dem bisherigen Hauptinhalt, vor Hilfsangebot und Footer. Das Quiz endet mit einer Einladung zum YMHD-Programm. Die Hilfsangebote bleiben erreichbar. Titel: «Erkennst du den Fake?» – getestet wird die konkrete Aussage, nicht die Glaubwürdigkeit ganzer Forschungsfelder.

Die drei stärksten Quellenfamilien für diese Seite:

1. **BFS, Studien- und Lebensbedingungen 2024, veröffentlicht 2025:** direkter Hochschulbezug und grosse Schweizer Stichprobe. Die 29% Depressionssymptome eröffnen eine sachliche Diskussion über Belastung.
2. **Pro Juventute Jugendstudie 2026:** aktuell, Schweizer Bezug und direkte Verbindung zwischen psychischer Gesundheit, KI und Freundschaften. Besonders hoher belegbarer Medienanschluss.
3. **JAMESfocus 2025:** überraschende Befunde zu Nutzungsmotiven und KI; korrigiert pauschale Vorstellungen über junge Menschen. Die jüngere Stichprobe muss sichtbar bleiben.

## Zehn belegte Aussagen: Quellen und Grenzen

| Runde / IDs | Beleg und Fundstelle | Einordnung |
|---|---|---|
| 1 · `campus-symptoms`, `campus-discrimination` | [BFS, Medienmitteilung vom 20.11.2025](https://dam-api.bfs.admin.ch/hub/api/dam/assets/36147187/master), S. 1–4. 29% mittelschwere bis schwere Depressionssymptome; 25% berichtete Diskriminierung innerhalb der Hochschule. | Online-Erhebung März–Mai 2024, rund 28’800 Teilnehmende, Antwortquote 67%. PHQ-9-Symptome sind keine klinisch gestellten Diagnosen. Gegenüber 2020 +6 Prozentpunkte. Der Bericht bezeichnet den Vergleichswert 2020 als vor der Covid-19-Pandemie erhoben: daraus keine Wirkung der Pandemie ableiten. |
| 2 · `ai-support`; 5 · `connection-friends` | [Pro Juventute Jugendstudie 2026](https://www.projuventute.ch/sites/default/files/2026-03/es_dt_pro_juventute_jugendstudie_2026.pdf), gedruckte S. 24–25, Tabelle 21. KI 10,80%; Freunde/Kolleginnen und Kollegen 75,87%. | 960 gültige Fälle, Alter 14–25, Erhebung August–Oktober 2025, Veröffentlichung März 2026. Gewichtete Befragung; mehrere Ansprechpersonen möglich. Nur 0,4% nennen ausschliesslich KI. Keine Wirksamkeitsprüfung einer Beratung. |
| 2 · `ai-use` | [JAMESfocus: Künstliche Intelligenz im Alltag von Jugendlichen, ZHAW 2025](https://digitalcollection.zhaw.ch/handle/11475/33861), zusätzlich [ZHAW-Mitteilung](https://www.zhaw.ch/de/medien/medienmitteilungen/detailansicht-medienmitteilung/event-news/kuenstliche-intelligenz-im-alltag-von-jugendlichen). 71% hatten KI-Tools bereits verwendet. | Grundlage: JAMES 2024, 1’183 Jugendliche, Alter 12–19, drei grosse Schweizer Sprachregionen. «Bereits genutzt» bedeutet nicht tägliche Nutzung. |
| 3 · `social-self`, `social-info` | [JAMESfocus: Warum nutzen Jugendliche soziale Netzwerke?](https://www.zhaw.ch/storage/psychologie/forschung/JAMES/JAMESfocus_SN_Nutzungsmotive_DE.pdf), gedruckte S. 8, Abbildung 1. Selbstdarstellung 4%, Information 46%. | Veröffentlichung 2025, Daten 2024; Auswertung mit 1’099 Jugendlichen, Alter 12–19. Zustimmung zu Motivskalen; keine Messung tatsächlicher Selfie- oder News-Zeit. Motive schliessen einander nicht aus. |
| 4 · `attention-videos` | [Nguyen et al., Psychological Bulletin 2025, Abstract und Metadaten](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41231585/), DOI 10.1037/bul0000498. 71 Studien, zusammen 98’299 Teilnehmende. | Metaanalyse findet negative Zusammenhänge mit Kognition und psychischer Gesundheit. Unterschiedliche Nutzungsdefinitionen, überwiegend korrelative Evidenz: nicht «Kurzvideos verursachen Depressionen» schreiben. |
| 4 · `attention-limit` | [Pieh et al., BMC Medicine 2025](https://doi.org/10.1186/s12916-025-03944-z), Methoden und Ergebnisse. | Randomisierte Studie mit 111 gesunden österreichischen Studierenden, Alter 18–29; drei Wochen Smartphone-Ziel höchstens zwei Stunden täglich. Verbesserungen unter anderem bei Stress und Schlaf gegenüber Kontrolle. Kleine, ausgewählte Stichprobe; Nutzung stieg nach Intervention wieder an. Kein Versprechen dauerhafter Wirkung oder individueller Therapieeffekte. |
| 5 · `connection-offline` | [Castelo et al., PNAS Nexus 2025](https://doi.org/10.1093/pnasnexus/pgaf017), Methoden, Ergebnisse und Compliance. | Randomisierte Studie mit Wartelisten-/Crossover-Design: zwei Wochen Internet auf Smartphone blockiert, einschliesslich WLAN; Anrufe/SMS sowie Internet auf anderen Geräten möglich. 467 anfänglich Teilnehmende, 313 mit allen drei Befragungen, 119 erfüllten das Compliance-Kriterium von mindestens zehn Tagen. Gemessene Daueraufmerksamkeit verbessert. Eingeschränkte Teilnahme/Umsetzung offenlegen; keine pauschale «Smartphones sind schädlich»-Behauptung. |

## Medienanschluss und Wiedererkennung

Dies ist eine qualitative Presserecherche, keine vollständige Medienresonanzzählung. Mehrere Artikel können auf derselben Agenturmeldung beruhen; sie sind kein unabhängiger wissenschaftlicher Beleg. Die Spielquellen bleiben deshalb Originalberichte und Fachartikel.

- **KI bei Sorgen:** SRF griff die Pro-Juventute-Ergebnisse am 16./17. März 2026 mehrfach auf: [News/Interview](https://www.srf.ch/news/schweiz/neue-jugendstudie-man-muss-die-sorgen-der-jugendlichen-ernst-nehmen), [Tagesgespräch](https://www.srf.ch/audio/tagesgespraech/nicole-platel-jeder-zehnte-jugendliche-sucht-trost-bei-ki?id=AUDI20260316_NR_0015) und [Bericht zu Schulstress](https://www.srf.ch/news/schweiz/jugendstudie-der-pro-juventute-fast-die-haelfte-der-jungen-frauen-leidet-unter-schulstress). Das belegt wiederholte Berichterstattung, nicht die Bekanntheit bei jedem Besucher. Stärkster aktueller Aufhänger der Auswahl.
- **Studierende und Depressionssymptome:** [Plattform J](https://www.plattformj.ch/artikel/237957/) berichtete über den 29%-Befund. Der [Verband der Schweizer Studierendenschaften, 20.11.2025](https://vss-unes.ch/studierende-unter-druck-neueste-umfrage-zeigt-finanzielle-sorgen-schlagen-auf-die-psyche/) griff dieselbe BFS-Erhebung auf. Hochschulnähe ist hier wichtiger als behauptete Reichweite. Die zugespitzte Medienformulierung «Studis depressiv» übernehmen wir nicht.
- **Social Media jenseits von Selbstdarstellung:** [Radio 3FACH, 12.09.2025](https://3fach.ch/programm/trojaner/Studien%2C%20ZHAW%2C%20Jugendliche%2C%20Internetnutzung%2C%20Social%20Media%2C%202025%2C%20Trends) behandelte die JAMES-Zahlen 4% und 46%. Gute überraschende Quizfrage; kein Nachweis flächendeckender Bekanntheit.
- **KI-Nutzung Jugendlicher:** [m&k zur JAMESfocus-Studie](https://www.markt-kom.com/en/medien/mediennutzung/wie-schweizer-jugendliche-ki-in-ihren-alltag-integrieren/) berichtete ebenfalls über 71%. Im Spiel steht das Erhebungsjahr 2024 ausdrücklich dabei, damit die Zahl nicht als Messung von 2026 erscheint.

## Prüfung der fünf Quiz-Erfindungen

Die fünf konkreten Studiendesigns, Ergebnisse und Prozentzahlen wurden für das Quiz erfunden. Sie erhalten keine echten Hochschulnamen, keine vorgetäuschten Autoren und keine erfundene DOI. Fiktive Arbeitstitel und Designs stehen ausschliesslich in der ausdrücklich gekennzeichneten Redaktionsansicht.

Geprüft wurden die konkreten Kombinationen aus Intervention, Population, Zeitraum und Zahl sowie verwandte Forschung mit deutschen/englischen Websuchen und gezielten PubMed-Suchen. Ergebnis: **kein passender Beleg für die jeweilige konkrete Behauptung gefunden**. Eine Suche kann die weltweite Nichtexistenz einer Publikation nicht beweisen; ebenso wenig beweist sie, dass ein denkbarer Effekt ausgeschlossen ist. In späterer Forschung könnte ein ähnliches Ergebnis erscheinen. Vor Veröffentlichung bzw. wesentlichen Aktualisierungen erneut abgleichen.

| Fake | Tatsächlich verwendete Suchbegriffe (Auswahl) | Abgrenzung zu realer Forschung |
|---|---|---|
| Handschriftliche To-do-Listen: nach zwei Wochen 23% weniger Prüfungsstress als App | `"handwritten" "to-do lists" "exam stress"`; `handwritten digital to do list exam stress randomized study 23 percent`; `"Studierende" "To-do-Listen" "23" Stress`; PubMed: `handwritten digital todo list examination stress randomized trial` | [LMU-Bericht 2025 zu psychischem Wohlbefinden und To-do-Listen](https://epub.ub.uni-muenchen.de/129957/) untersucht verwandte Fragen, belegt aber nicht dieses Vergleichsexperiment. [Studie zu expressivem Schreiben 2020](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32853281/) ist eine andere Intervention, nicht handschriftliche Aufgabenliste gegen App. |
| Grünes Häkchen: identische KI-Antworten 32% seltener prüfen | `"chatbot" "green checkmark" "trust" study`; `"AI" "green check" "32%" study`; `"AI answers" "checkmark" experiment verification` | Kein passendes veröffentlichtes Experiment gefunden. Forschung zu Vertrauen und Oberflächensignalen macht die Idee plausibel, belegt aber weder dieses Design noch diese Zahl. |
| Apps in Ordner «Später»: 27% weniger Öffnungen | `social media apps folder later rename experiment opens 27 percent`; `"social media" "folder" "27%"`; `"apps" "folder" "Später" "study"` | Kein passendes veröffentlichtes Experiment gefunden. Allgemeine Tipps zum Umordnen von Apps sind kein Beleg für einen gemessenen 27%-Effekt. |
| Zehn Minuten Kurzvideos: 18% mehr Lernstoff erinnern als bildschirmfreie Pause | `"short videos" "break" "memory" "18%" study`; `"Kurzvideos" "18 Prozent" Gedächtnis` | [Reale CHI-Studie 2023](https://doi.org/10.1145/3544548.3580778) untersucht Kurzvideos und prospektives Gedächtnis bei 60 Personen, mit zehnminütigen Pausen. Das ist keine Studie über 18% besseren Abruf gelernten Stoffes. Prospektives Gedächtnis und Lernstoffabruf sind unterschiedliche Messgrössen; verwandte negative Befunde allein widerlegen den Fake nicht. |
| Täglich drei Stimmungs-Emojis: nach zwei Wochen 19% weniger Einsamkeit | `"emoji" "diary" "loneliness" study`; `"emoji diary" "19%"`; `"emoji" "diary" "19%" "loneliness"`; PubMed: `emoji diary loneliness randomized trial` | [Studie 2025 zu sozialer Angst, Emoji-Nutzung und Einsamkeit](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41209804/) mit 191 Studierenden ist keine zweiwöchige Tagebuchintervention. Der reale Zusammenhang liefert keinen Beleg für eine 19%-Reduktion. |

Zwei frühere Ideen wurden verworfen: «Tippfehler machen Chatbots vertrauenswürdiger» überschneidet sich mit Forschung zur Vermenschlichung durch korrigierte Fehler; «Dialekt macht Roboter vertrauenswürdiger» mit [realer Dialektforschung in Frontiers in Robotics and AI](https://www.frontiersin.org/journals/robotics-and-ai/articles/10.3389/frobt.2023.1241519/full). Eine beliebig erfundene Prozentzahl allein hätte hier einen irreführenden Fake ergeben.

## Redaktionelle Leitplanken

- Nach jeder Antwort werden alle drei Aussagen erklärt und die zwei echten Quellen direkt verlinkt. Kein Fake bleibt unmarkiert in der Auflösung stehen.
- Kein Zeitlimit: Das Format soll Nachdenken und Quelleninteresse belohnen. 100 Punkte pro erkanntem Fake, maximal 500.
- Keine Heilversprechen, keine Diagnosen, keine Gleichsetzung von Korrelation und Ursache. Altersgruppen und Erhebungsjahre bleiben sichtbar.
- Die Punktzahl ist ein Spielresultat, keine Messung von Intelligenz, psychischer Gesundheit oder allgemeiner Medienkompetenz.
- Die Fakes sind relativ zahlen- und interventionslastig. Das Spiel ist ein Einstieg ins Gespräch, kein validierter Test; wiederholtes Spielen belohnt auch Erinnerung.
